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Hoden, Nebenhoden, Samenleiter

Was ist der Hoden?

Der Hoden eines Neugeborenen hat Länge von 1 cm und das Gewicht etwa 2 g. Er wächst langsam (bis etwa 12 g) bis in die Pubertät, wo er sein Gewicht schnell erhöht und seinen Grenzwert nach dem 20. Lebensjahr erreicht.

Der Hoden entsteht in der Bauchhöhle und deszendiert während des Wachstums des Fötus durch den Leistenkanal in den Hodensack. I dem Hodensack befindet er sich in vertikaler Lage. Seine Größe ändert sich nach dem Alter und hormonaler Stimulation. Der obere Pol (extremitas superior) ist leicht nach vorne und außen geneigt, während der untere Pol (extremitas interior) mäßig nach hinten und innen zielt. Der linke Hoden befindet sich etwa um 1 cm niedriger als der rechte. Die Oberfläche des Hodens deckt das Peritoneum außer der Hinterkante (margo posterior), wo der Nebenhoden anliegt. Die peritoneale Deckung bilden zwei Blätter, die eine Höhle (cavum serosum posterior) bilden. Der untere Pol des Hodens ist durch einen bindegewebigen Streifen (ligamentum scrotale, resp. gubernaculum testis) zu dem Hodensackboden angeschlossen. Die Hodenoberfläche bildet die Gewebemembran (tunica albuginea). Von ihr aus treten die Septen  (septula testis) tief ab und verteilen den Hoden in 200 – 300 Hodenläppchen (lobuli testis). Ihre Gipfel sind gegen hintere Kante gerichtet, wo das mediastinum testis  mit Netz von Hodenkanälchen (rete testis) gebildet ist. Aus dem rete testis vom Hodengipfel steigen 10 – 20 Abführgänge (ducti efferentes testis) aus, die den Nebenhodenkopf bilden. Die Hodenläppchen enthalten gewundene samenbildende Kanälchen (tubuli seminiferi contori), die sich am Läppchenscheitel zu einem durchgehenden Kanal (tubulus rectus) verbinden.

Die Samenbildenden Kanälchen sind 30 – 70 cm lang und münden in das rete testis ein. Die Kanälchenwand wird von einer Gewebeschicht, basaler Lamina und samenbildendem Epithel gebaut. Das Epithel enthält zwei Zelltypen: Samenzellen in verschiedenen Entwicklungsphasen und Sertoli-Stützzellen. Die Spermiogenese verläuft in einigen nacheinander folgenden Stadien, die die Proliferation, Mitose und Zytodifferenzierung einschliessen. Sie erfolgt in der Kanälchenwand in raumzeitlichen Wellen. Sie beginnt in der Basallamine und steigt in länglicher Spirale zu den Lumenkanälchen hinauf. Im Interval von 200 – 300 µm trifft eine neue Welle der Spermiogenese wieder ein. Diese räumliche Verteilung einzelner Stadien der Spermiogenese  bedingt das mannigfaltige Aussehen der Kanälchen   und fördert die Spermienbildung kontinuierlich. Der Gesamtprozess der Stammspermatogonie bis zur Spermienreife im Ejakulat dauert beim Mann mindestens 82 Tage. Es wird behauptet, dass jede Stunde etwa 1 Million von Spermien den Hoden verlässt. Die Spermiogenese wird von Sertoli-Zellen gesichert  Sie bilden eine Barriere zwischen dem Blut und den Zellen der spermiogenetischen Linie und vermitteln den Stoffwechsel unter den Samenzellen. Sie produzieren auch die festikuläre Flüssigkeit und synthetisieren das Bindeprotein für die Androgene. Die Sertoli-Zellen sind besonders resistent, in der Zeit der Geschlechtsreife werden sie jedoch nicht mehr geteilt und ihre Wiederherstellung wird unmöglich. Sie stellen den Limitfaktor bei der Samenbildung dar. In dem Interstitium, zwischen den Kanälchen, gibt es ein dünnes Bindegewebe, Leydig-Zwischenzellen, Mastzellen, Makrophagen und ein reiches Netz von Fenesterblutkapillaren und Lymphgefäßen. Die interstitiellen Leydig-Zwischenellen produzieren das Testosteron. Seine Produktion ist durch das Luteinhormon der Hypophyse beeinflusst.

Was ist der Nebenhoden?

Der Nebenhoden befindet sich oberhalb des oberen Pols des Hodens auf seiner Hinterwand. Am unteren Pol des Hodens beugt er sich rückwärts und aufwärts und geht in den Samenleiter (ductus deferens) hinein. Den Nebenhodenkopf (caput epididymidis) bilden 8 – 12 Hodengänge (ductuli efferentes testis). Jeder von diesen Gängen ist in einem Läppchen gewunden (lobulus epididymidis)  und vom Bindegewebe umgeben. Bei der Verbindung der Ausführungskanäle entsteht eine gewundene und verbogene Röhre (ductus epididymidis), die den Körper (corpus) und den Schwanz des Nebenhodens bildet.

Die Wand der Ausführungsgänge des Nebenhodens wird vom Gewebe und zirkulär angeordneten glatten Muskelzellen gebaut. Das Kanalepithel enthält Zellen ohne Flimmer und Zellen mit Flimmern. Flimmer befinden sich in lebhafter Bewegung und flimmern in der Richtung vom Hoden hin, wobei sie die Beweglichkeit der Spermien sichern.

Was ist der Samenleiter?

Der Samenleiter hat ein enges Lumen und seine Wand ist mit einer starken Schicht aus glatter Muskulatur bezogen. Er ist unter den weichlichen Geweben des Samenstranges sehr leicht tastbar. Vor der Einmündung in die Prostata verbindet er sich mit dem Samenbläschenductus  zusammen. Der gemeinsame Ausführungsgang (ductus ejaculatorius) versenkt sich in die Prostata hinein und mündet in die Harnröhre dicht an der Mittellinie ein.

Was für Funktionen haben Hoden, Nebenhoden und Samenleiter?

Der Hoden ist eine paarige Geschlechtdrüse, ein Bestandteil männlichen Genitales. Er ist ein Organ in dem die Spermien und das Testikelhormon (Testosteron) produziert werden.

Der Nebenhoden ist ein Spermium – Reservoir. Seine Ausführungskanäle fördern den Transport von Spermien in den Samenleiter.

Der Samenleiter ist eine paarige Röhre, welche die Spermien aus dem Nebenhoden in den Prostatateil der Harnröhre befördert.