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Harnleiter

Was ist der Harnleiter?

Der Harnleiter ist eine 25 bis 30 cm lange und etwa 7 mm starke Röhre, mit Schleimhaut ausgekleidet und von Muskelfasern gebildet. Er verläuft von dem Nierenbecken aus und steigt durch den retroperitonealen Raum ins Becken ab, wo er in die Blase einmündet. Der Harnleiter durchbricht die Blasenwand in schräger Richtung in der Länge von 2 cm. Die Harnleitermündung an der Blase ist schlitzförmig gestaltet und erweitert sich  nur beim Durchgang der Harnspindel. Durch diese Anordnung wird eine bessere Verschlussmöglichkeit geschaffen, wobei der Harnrückströmung aus der Blase in den Harnleiter und in die Niere verhindert wird.

Der Harnleiter haftet bei Passieren des retroperitonealen Raums an der Vorderwand des Muskels (m. psoas major) und kreuzt ihn in schräger Richtung. Er beugt sich dann über den Rand des kleinen Beckens, verläuft seitlich an ihm, wobei die Bauchfellfalte leicht gehoben wird, und wendet sich dem Blasengrund zu, wo er sich von oben aus und von der Seite in ihn versenkt. Der Harnleiter haftet am Peritoneum (Bauchfell) mehr als an anderen Gebilden.

Der Harnleiterdurchmesser ist an drei gewissen Stellen physiologisch verengt. Die erste Verengung ist beim Nierenbeckenausgang, die zweite gibt es bei der Überkreuzung vom Ilickgefäß (Beckengefäß) und die dritte in der Harnblasenwand.

Was für eine Funktion hat der Harnleiter?

Der Harnleiter befördert den Harn aktiv in Dosen ( der Harn strömt durch die Harnwege nicht frei ). Die Flüssigkeitsdosen werden durch Muskelkontraktion des Harnleiters von oben nach unten bestimmt. Dieser Volumenabschnitt, an beiden Enden verschlossen, wird als Harnspindel bezeichnet. Aufgrund der Muskelkontraktion bewegen sich die Spindeln von Nierenbecken aus zur Blase hin 1 mal - bis 5 mal per Minute. Auf diese Weise ist der regelmäßige Harnabfluss von den Nieren auch in solchem Falle möglich, wenn die Blase voll ist und der angesammelte Harn unter gewissem Drang sein kann.